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CNHW Newsletter 5/2019


Newsletter: Français ; Italiano ; English

Quelle: Lobsiger, M., & Kägi, W. (2016)

«Strategie gegen den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen»: Know-How für den Erhalt von Fachkräften im Gesundheitswesen

 

Sehr geehrte Projektpartner und Interessierte

Liebe Kolleginnen und Kollegen

 

Nun ist es soweit, in unserem fünften Newsletter zum nationalen Projekt «Strategie gegen den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen» der Fachhochschulen Gesundheit informieren wir Sie über erste Ergebnisse des Standortprojekts «Ethics» der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI). Das Standortprojekt zeigt eindrücklich die Wichtigkeit unserer Arbeit auf. Der Verbleib von Gesundheitspersonal im Gesundheitswesen ist entscheidend für den Erhalt der Arbeitsleistung und der Kompetenzen der Gesundheitsberufe. Das Standortprojekt der SUPSI fokussiert auf das ethische Klima, die ethische Sensibilität und die notwendigen Ethikstrukturen sowie auf die Bereitstellung von Unterstützungsangeboten für ethische Entscheidungsfindung. Dies sind grundlegende Elemente, die den Verbleib des Gesundheitspersonals im Beruf fördern können.

 

Das CNHW Projektteam befasst sich zurzeit intensiv mit der Synthese der generierten Erkenntnisse sowie den Impulsen der Begleitgruppe und des internationalen wissenschaftlichen Beirats zur Entwicklung des nationalen Kompetenzzentrums. Konkret fliessen die Erkenntnisse aus den Workshops mit Vertretenden aus Praxis, Bildung, Forschung und Politik zu den Anforderungen an die Leistung des Zentrums ein. Zudem unterstützten uns die internationalen Expertinnen und Experten, die Leitplanken zur Strategieentwicklung zu setzen und erste Formulierungen zum «Unique Selling Point» zu konkretisieren.

 

Die CNHW Konferenz 2018 liegt noch nicht lange zurück.  Doch schon sind wir an der Planung der zweiten internationalen CNHW Konferenz, die am 19. & 20. November 2020 in Lausanne am Institut La Source der Fachhochschule Westschweiz stattfinden wird. Reservieren Sie sich schon heute dieses Datum!

 

Das Projektteam dankt Ihnen für Ihr Interesse am Projekt, Ihr Engagement und Ihre Unterstützung!

 

Freundliche Grüsse

Christoph Golz

Projektkoordinator

Kommunikation

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Zweite Internationale Konferenz

 

Am 19. und 20. November 2020 findet die zweite internationale Konferenz «Effective Measures to keep our Treasures – How to care for Health Professionals» statt. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Bericht zum Standortprojekt «ETHICS» des SUPSI-Departements Gesundheit

Projekt: Ethikstruktur

Das Standortprojekt an der SUPSI «Verbleib des Gesundheitspersonals im Beruf, ethisches Klima und ethische Strukturen» beschäftigt sich mit den ethischen Aspekten in den Gesundheitsberufen.

Diese Studie hat zum Ziel, herauszufinden, mit welchen Problemen betreffend moralische Praxis die ambulant tätigen Pflegende, Hausärztinnen /- ärzte und Physiotherapeutinnen /-therapeuten mit eigener Praxis in ihrem Arbeitsalltag konfrontiert werden. Ein zweites Ziel besteht darin, die Intensität und Häufigkeit des sogenannten „Moral distress“ sowie die Arbeitszufriedenheit des Gesundheitspersonals zu erfassen.

Basierend auf den Ergebnissen wird eine Ethikstruktur aufgebaut, um das auf diesem Gebiet tätige Gesundheitspersonal in ihrem Berufsalltag zu unterstützen. Bei der Planung dieser Struktur werden die realen Bedürfnisse und Erwartungen des Gesundheitspersonals berücksichtigt, gestützt auf den Leitlinien der Swiss Academy of Medical Sciences von 2012.

Die Studie ist in einem Mixed-methods-Design aufgebaut und setzt sich aus einer ersten qualitativen sowie zweiten quantitativen Phase zusammen. Die erste Phase umfasst Interviews mit Gesundheitspersonal aus allen obengenannten Bereichen. In der zweiten Phase erhalten alle ambulant tätige Pflegende, Hausärztinnen /- ärzte und Physiotherapeutinnen /-therapeuten mit eigener Praxis einen Fragebogen, bestehend aus drei Teilen: soziodemografische Daten, Moral Distress Scale Revised und Effort-Reward Imbalance. Die Ergebnisse beider Phasen werden bei der Analyse zusammengetragen, wobei der Schwerpunkt bei den qualitativen Resultaten liegt.

 

Erreichte Meilensteine

Das Standortprojekt hat wichtige Meilensteine erreicht.

Als erster Meilenstein wurde 2018 die Literaturrecherche zu moralischem Stress abgeschlossen, die an der ersten internationalen Konferenz “Countering Staff Shortage Among Health Professions – Together for a Healthy Health Care System” des CNHW vorgestellt wurde. Aus den Ergebnissen des Literaturreviews geht hervor, dass ambulant tätige Pflegende, Hausärztinnen /- ärzte und Physiotherapeutinnen /-therapeuten mit eigener Praxis von vier Themen von allgemeinen moralischen Problemen betroffen sind: (1) Beziehungen zu Kollegen, (2) Stakeholder und Versicherungen, (3) branchenübergreifende Zusammenarbeit und (4) Interaktion mit Patientinnen / Patienten und Angehörigen. Ausserdem wird jede Berufsgruppe mit für ihren Arbeitsbereich spezifischen moralischen Problematiken konfrontiert.

Als zweiter Meilenstein führten die Mitglieder des Beirats des Projekts eine Überprüfung des Projektplans durch.

Ein dritter wichtiger Meilenstein war der erfolgreiche Abschluss der Rekrutierung der Fachpersonen für die Interviews zum moralischen Stress in der beruflichen Praxis und deren Durchführung. Die Mehrheit der Interviews konnte bereits abgeschlossen werden und eine erste thematische Analyse der zehn Interviews mit Pflegenden wurde durchgeführt. Aus den ersten Ergebnissen gehen fünf Themen hervor, die bei den ambulant tätigen Pflegenden moralische Probleme hervorrufen: (1) „Man hat mich nicht verstanden“, (2) „Ich bin der Arzt und ich entscheide“, (3) „Ich werde beschuldigt für meine Arbeit nicht fähig zu sein“, (4) „Die Patienten werden nicht angehört” und (5) “Die Krankenversicherung ist ein Problem”. Die moralischen Probleme treten in Situationen auf, in denen die Sicherheit und die Gesundheit der Patientinnen und Patienten gefährdet sind oder die Pflegenden ungerechte Behandlungen oder interne Konflikte wahrnehmen.

Als nächste Schritte werden die Interviews mit Hausärztinnen /-ärzten und Physiotherapeutinnen und -therapeuten mit eigener Praxis abgeschlossen und analysiert. Danach werden die bereits vorbereiteten Fragebögen breit versandt. Vor Ende 2019 werden wir über alle nötigen Ergebnisse verfügen, um die Entwicklung und Implementierung der Ethikstruktur voranzutreiben.

 

Literaturverzeichnis

  • Hamric, A. B., Borchers, C. T. & Epstein, E. G. (2012). Development and Testing of an Instrument to Measure Moral Distress in Healthcare. AJOB Primary Research 3(2), 1-9.
  • Siegrist, J. (2012). Effort-reward imbalance at work - theory, measurement and evidence. Duesseldorf University: Department of Medical Sociology FoM.
  • Swiss Academy of Medical Sciences (2012). Ethics support in medicine. Bern: Swiss Academy of Medical Sciences.

 

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Aktuelle Publikationen

Non-Peer Reviewed Articles

  • Grylka-Bäschlin, S., Aeberli, R., Meier Käppeli, B. & Pehlke-Milde, J. (2019). Machen telefonische Nachgespräche die Hebammen zufriedener? Obstetrica, 1, 8-13. 
  • Nägeli, B. (2018). Innovation aus Kanada für einen starken Pflegenachwuchs. Frequenz Dezember, 28-29. 
  • Schaffert, R. & Robin, D. (2019). Was Pflegefachpersonen erwarten, um langfristig im Beruf zu bleiben. Krankenpflege Soins Infirmiers, 6, 25-27.

 

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